YPS

Vor 40 Jahren erschien erstmals YPS – das Gimmick-Magazin! Der Gruner+Jahr Verlag hatte das Heft-Konzept von der französischen Kinder- und Jugendzeitschrift „Pif Gadget“ übernommen – einschließlich der Heftbeilagen und einiger Comics. Die Erstausgabe erschien am 13. Oktober 1975 für 2,50 Mark, als Gimmick lag dem ersten YPS-Heft ein Kunststoff-Katapult bei. Das die Heftbeilagen damals von Gruner+Jahr nicht als Gadgets bezeichnet wurden, wirkt heute etwas befremdlich. Spionage-Brillen, Maschinen für viereckige Eier, Fliegenschreckpistolen, Stuntmesser und Mini-Raketen klingen für uns nach dem Sortiment eines guten Gadget-Shops, doch in den 70er Jahren konnte man in Deutschland solches Nerd-Spielzeug nur als Gimmick im Zeitschriftenregal finden.

Highlight waren wohl die Urzeitkrebse. Deren Krebseier sollten man einfach in einen Wasserbecher schütten, nach 24 Stunden würden dann die ersten Larven der Urzeitkrebse schlüpfen. So versprach es uns die YPS-Redaktion. Tatsächlich waren die urigen Krebseier nur Fischfutter aus dem Anglergeschäft – und auf das Schlüpfen der Krebslarven wartete man meist vergebens. Trotzdem waren die kultigen Urzeitkrebse ein echter Verkaufshit und haben wohl 22mal als Heftbeilage gedient.

Im Jahr 2000 wurde YPS eingestellt – allerdings zwischenzeitlich für nostalgische Erwachsene vom Egmont Ehapa Verlag wieder aufgelegt. Die Originalität der alten Hefte erreicht die Neuauflage jedoch nicht. Auf französische oder belgische Comic-Erstveröffentlichungen hat der Verlag verzichtet und zum 40. Geburtstag bestand die Beilage der Jubiläumsausgabe nur aus einem 3D-Puzzle. Das reicht kaum für eine Aha-Effekt, schreckt aber die heutigen Helicopter-Eltern auch nicht vom Kauf ab.

Geblieben sind uns die Erinnerungen an ausgefallene Gimmicks und stundenlange Tüftelei – und die eine oder andere Idee für unsere Gadget-Sortiment wurde auch von YPS inspiriert. Eiertoaster und Seifenblasenpistolen sind halt die Gimmicks der heutigen Zeit.