YouTube-Videos

Erstmals wurden die YouTube Music Awards verliehen

von horchposten am 4. November 2013 in Allgemein

Letztes Wochenende wurden in New York erstmals die YouTube Music Awards (YTMA) verliehen. Über Nominierte und Gewinner entschied bei diesem der Musikpreis allein „the highest levels of YouTube fan engagement“ – das beinhaltete wohl „views, likes, shares, comments, and subscriptions“. Mehr als 1 Milliarde Menschen nutzen YouTube jeden Monat, da ist bei diesem Auswahl- und Bewertungsverfahren natürlich mit einigen Überraschungen zu rechnen. Entsprechend ging die Auszeichnung für das YouTube-Video des Jahres 2013 an die unbekannte südkoreanische Mädchenband Girls‘ Generation und ihren Song „I Got a Boy“.

Für die namhaften Konkurrenten – Justin Bieber und Miley Cyrus – dürften diese Preisträger eine echte Überraschung gewesen sein. Wegen der GEMA ist das YouTube-Video der Mädels in Deutschland leider nicht verfügbar. Die anderen Preise gingen dagegen zumeist an die üblichen Verdächtigen:

  • Video of the Year: Girls‘ Generation – I Got A Boy
  • Artist of the Year: Eminem
  • Response of the Year: Lindsey Stirling and Pentatonix – Radioactive
  • YouTube Phenomenon: Taylor Swift – I Knew You Were Trouble
  • YouTube Breakthrough: Macklemore & Ryan Lewis
  • Innovation of the Year: DeStorm – See Me Standing ft. Alexandra Govere

 

Nachhaltige Verwirrung hat jedoch die Organisation der Veranstaltung hinterlassen. Improvisiert, chaotisch und albern – das sind noch die nettesten Presseurteile über das Konzept der YouTube Music Awards 2013. So hatten beispielsweise die Moderatoren Jason Schwartzman und Reggie Watts kein Skript mit ihrem Text. Hat die Qualität der Moderation nicht verbessert. Zudem hat es bei der Live-Übertragung immer wieder technische Probleme und Aussetzer gegeben. Von anfänglich 215000 Zuschauern sollen gegen Ende nur noch 180000 online gewesen sein. Alle Highlights der YTMA findet Ihr hier.

 

Musikunterricht ist wieder beliebt – dank des Internets. Unabhängig vom klassischen Musikunterricht können Anfänger durch Online-Kurse und Video-Tutorials inzwischen viele Instrumente erlernen. Besonders beliebt sind kostenlose YouTube-Videos. In vielen dieser Tutorials bekommt man praktische Erklärungen, jeder Handgriff wird einem genau gezeigt. Selbst in Musiker-Foren werden solche Videos empfohlen – und so mancher Musiker hat bei YouTube auch eigene Schulungs-Videos hochgeladen. Doch mit dieser Art von Online-Musikunterricht könnte bald Schluss sein.

Wer in den letzten Jahren bei YouTube nach „Piano Lessons“ gesucht hat, der ist bestimmt auch auf Videos von Mark de Heide gestoßen. Der Niederländer hat sich als Online-Klavierlehrer einen Namen gemacht – und konnte sogar von seinen Tutorials ganz gut leben. Mit seinem Channel zählte er zu den erfolgreichsten niederländischen YouTube-Partnern, erwirtschaftete recht ordentliche Werbeeinnahmen und gründete daher vor einiger Zeit das Unternehmen „PGN Piano“.

Doch jetzt wurden etwa 300 Videos wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen beanstandet – und Mark de Heide von YouTube zur Löschung aufgefordert. Bei geklauter Musik und illegalen Konzertmitschnitten ist das verständlich – aber bei Klavierunterricht? Tatsächlich wurden die beanstandeten Videos nicht als Klavierkurse, sondern als Cover-Versionen eingestuft! Laut einer Heise-Meldung soll Mark de Heide sogar zur Löschung von Grundlagen-Videos aufgefordert worden sein – darunter waren wohl auch Videos über Akkorde, Tonarten und Tonleitern.

Wenn jetzt selbst Klavierunterricht bei YouTube als Urheberrechtsverletzung gewertet wird, dann werden wohl noch viele Videos aus dem Internet verschwinden – und nicht nur bei YouTube. Hoffentlich bleiben die Schulungs-Apps im Apple-Store von solchen Aktionismus verschont – beispielsweise die Gratis-App für ION Piano Apprentice. Das portable Keyboard für das iPad ist ein tolles System, um ohne Musiklehrer und ohne YouTube-Videos das Klavierspielen zu lernen.

YouTube hat sich mit der Löschaktion jedenfalls keinen Gefallen getan, denn wütende Musikfans empfehlen Mark de Heide und anderen Musiklehrern bereits Vimeo als Alternative.