Foxconn

Apple-Zulieferer Foxconn expandiert weltweit

von horchposten am 28. Januar 2014 in Allgemein

Auf zwei Dinge kann man sich jedes Jahr verlassen: Das ein Wirtschaftsjournalist wieder das Ende der Zusammenarbeit zwischen Apple und Foxconn ausruft. Und das ein anderer Journalist verwundert meldet, dass der taiwanesische Apple-Lieferant nicht nur in China seine Fabriken errichtet.

Bei der Frankfurter Allgemeinen wundert sich diesmal Carsten Knop über eine Reuters-Meldung, derzufolge der Elektronikhersteller ausgerechnet in den USA weitere Fabriken errichten will. Für den FAZ-Journalisten ist es eine neue Facette der Globalisierung, jetzt wieder näher am Kunden zu produzieren. Ernsthaft?

Weltweit ist Foxconn der größte Auftragshersteller für Elektronikgeräte und hat schon in den 90er Jahren seine ersten Entwicklungszentren und Produktionsstätten in Großbritannien und den USA errichtet. Bereits im Jahr 2010 hat Foxconn-Gründer Terry Gou erklärt, dass man innerhalb der nächsten fünf Jahre in den USA expandieren werde. Zwei Anlagen stehen bereits in Kalifornien und Texas. seit 2013 wird zudem an einer neuen Fabrik in Pennsylvania gearbeitet. Dort sollen bis zu 500 Arbeitsplätze entstehen – allerdings wohl nicht für einfache Montagearbeiten, sondern für gut ausgebildete US-Ingenieure. Auch in Mittelamerika, Südamerika und Osteuropa expandiert der Konzern. Zudem plant Foxconn in Indonesien in den kommenden Jahren bis zu 10 Milliarden Dollar zu investieren!

Wirklich verwunderlich ist da eher, dass die westlichen Konzerne – wie Amazon, Apple, Dell, Google, Hewlett-Packard, IBM, Microsoft oder Nokia – und auch die östlichen Konzerne – wie Huawei, Lenovo, Nintendo, Sony oder Toshiba -  wirklich alle beim selben Zulieferer fertigen lassen. Das könnte sich eines Tages rächen, denn Foxconn sucht eifrig nach neuen Geschäftsfeldern. Unter seinem eigenen Firmennamen – und unter der Marke Leadtek – vertreibt der taiwanesischen Konzern z.B. bereits Grafikkarten und Netzteile.

Zudem hat Chairman Terry Gou im letzten Jahr erklärt, dass man in Zukunft auch eigenes iPhone-Zubehör und iPad-Zubehör herstellen möchte – und in China über eigene Läden vertreiben könnte. Durch die Zusammenarbeit mit der deutschen Metro hat Foxconn in diesem Bereich bereits erste Erfahrungen – gemeinsam betreibt man in China die dortigen Media Märkte. Da wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis auch Foxconn-Smartphones und Foxconn-Tablets in den Läden stehen werden.

In China sollen bereits die ersten iPhones für den Versand verpackt werden. Doch welches iPhone-Modell genau? Tasächlich wird Apple am 10. September zwei neue iPhone-Modelle vorstellen, dass verrät ein Artikel von Lorraine Kuk und Ian Sherr auf der deutschen Online-Seite des Wall Street Journal (WSJ). Die beiden Journalisten schreiben jedoch nichts über ein iPhone 5S und ein iPhone 5C, sondern lediglich über ein neues Premium-iPhone und eine günstigere iPhone-Variante. Das lässt Spielraum für einige Vermutungen.

 

Welche iPhone-Modelle könnte Apple im September vorstellen?

Kuk und Sherr erwähnen ein günstiges iPhone mit Plastikgehäuse und ein neues iPhone mit Metallgehäuse, dass allerdings die Größe und Bildschirmauflösung des alten iPhone 5 haben soll. Beide Modelle werden von den Journalisten und Bloggern sonst als iPhone 5C und iPhone 5S bezeichnet. Es irritiert ein wenig, das Kuk und Sherr diese Bezeichnungen vermeiden. Wird Apple im September als High-End-Modell etwa doch ein iPhone 6 präsentieren?

Interessant finden wir den Verweis auf ältere Berichte. Im April hörten WSJ-Journalisten von Apple-Lieferanten, dass beide iPhone-Modelle in verschiedenen Farben erhältlich sein werden. Zuletzt hat man eigentlich nur beim iPhone 5C andersfarbige Gehäuse erwartet – wenn man mal von der schrägen Diskussion um ein iPhone 5S Gold absieht.

 

Sind die Informationen über die zwei iPhone-Modelle verläßlich?

Offenbar haben Lorraine Kuk und Ian Sherr einige Insiderinfos aus dem taiwanischen Konzern Hon Hai Precision Industry bekommen. Dessen Tochtergesellschaft Foxconn montiert Apple-Geräte in den chinesischen Provinzen Guangdong, Henan, Shanghai, Shanxi und Sichuan. An diesen sogenannten Endfertigungsstandorten werden die Geräte auch für den Versand verpackt – und von dort hat das Wall Street Journal schon öfters verläßliche Informationen zugespielt bekommen.

Wenn neue iPhones im September pünktlich auf den Markt kommen sollen, dann müsste Hon Hai Precision Industry tatsächlich jetzt von Apple eine entsprechende Anweisung bekommen – damit Foxconn mit dem Verpacken und dem Versand beginnt. Unklar ist allerdings noch, ob Apple tatsächlich weltweit zur selben Zeit beide iPhone-Modelle auf den Markt bringen wird. Foxconn könnte im Moment also auch nur das iPhone 5C oder das iPhone 5S oder auch beide Modelle verpacken …