ARD

Die ARD-Pressestelle hat in diesen Tagen mitgeteilt, dass sich der Kinderschutz im Netz verschlechtert haben soll. Von den Jugendschutzbeauftragten der öffentlich-rechtlichen Sender wurden ausgerechnet die zugelassenen Jugendschutzprogramme als Schuldige ausgemacht. Für den Norddeutschen Rundfunk erklärt deren Jugendschutzbeauftragte Carola Witt sogar, dass diese Art des Schutzes nur auf “Computern mit Windows-Betriebssystemen” funktionieren würde – deswegen hätten Kinder ja über Smartphones einen völlig ungeschützten Zugang zum Internet. Wie bitte?

Um das mal deutlich zu sagen: Bei Apple-Geräten ist eine Kindersicherung schon sehr lange Bestandteil des jeweiligen Betriebssystems. Eltern können damit beispielsweise auf dem Macintosh eine vereinfachte Benutzeroberfläche für Kinder erstellen und den Zugriff auf bestimmte Apps oder Websites blockieren. Man kann sogar einschränken, mit welchen Personen die Kinder E-Mails und Sofortnachrichten austauschen oder im Wörterbuch die “anstößigen Wörter” ausblenden. Und das funktioniert bei Apple ohne zusätzliche Jugendschutzsoftware – auch auf dem iPhone, iPad und iPod. Genaue Erklärungen zum Einrichten der Kindersicherung bei OS X Mavericks und iOS gibt der Apple-Support.

Ach ja – diese Apple-Kindersicherungen hätte die NDR-Jugenschutzbeauftragte Carola Witt eigentlich kennen müssen. Bei KlickSafe.de – eine Initiative der EU – wird genau erklärt, wie man bei iOS die Kindersicherung einrichtet und wie Apple es mit den Altersempfehlungen im App-Store handhabt. Mit dieser EU-Initiative kooperiert der Norddeutsche Rundfunk schon seit Jahren, verweist von seiner Website direkt zu KlickSafe.de und stellte für deren Aktionen auch mehrmals NDR-Moderatoren.

 

Die ARD, der Shitstorm und das Silvester-Programm

von horchposten am 31. Dezember 2012 in Allgemein

Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland erlebte mal wieder einen Shitstorm. Behauptet zumindest die ARD – nachdem sie kritische Beiträge löschte und sich anschließend über wütende Reaktionen wunderte. Auslöser war Jörg Schönenborns Kommentar zur Kritik am neuen Rundfunkbeitrag. Reichlich dünnhäutig erklärte der WDR-Chefredakteur in seinem Kommentar, dass man als ARD-Mitarbeiter nach der Lektüre von Medienseiten beinahe zu Anti-Depressiva greifen möchte. Schönenborns simple Sicht: Mit der TV-Wirklichkeit hat die Kritik wenig zu tun. Um dann noch nachzulegen: “Viele Artikel funktionieren nach dem Motto: Ich nehme mir meine These und mache die Welt einfach passend”. Da wollen wir uns natürlich nicht einreihen und greifen einfach mal eine von Schönenborns eigenen Thesen auf:

“Der vom Bundesverfassungsgericht geprägte Begriff der Grundversorgung ist aktueller denn je. Zu dieser Grundversorgung gehört auch kulturelle Breite gerade in den Sparten, für die sich wenige interessieren. (…) All das stellt der Rundfunkbeitrag langfristig sicher. Das ist kein Freifahrschein – im Gegenteil. Wir werden mehr Rechenschaft ablegen müssen darüber, wie wir mit unserem Geld umgehen.”

Nun – auch die Grundversorgung mit dem TV-Klassiker “Dinner for One” auf diversen öffentlich-rechtlichen TV-Sendern sichergestellt. Allerdings noch mit GEZ-Gebühren. Für Silvester 2012 haben wir mal die Sendezeiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz herausgesucht:

11:35 Uhr – Das Erste
17:30
Uhr – HR (Hessische Version)
17:40
Uhr – NDR
18:00
Uhr – WDR
18:40
Uhr – HR (Hessische Version)
18:55
Uhr – Das Erste
19:00
Uhr – BR
19:00
Uhr – MDR
19:05
Uhr – rbb
19:05
Uhr – SF1 (Schweizer Version)
19:10
Uhr – HR
19:25
Uhr – SWR
19:40
Uhr – NDR
21:30
Uhr – WDR
23:30
Uhr – ORF 1
00:05
Uhr – BR

Ein Butler, eine Lady, ein Tigerfell und reichlich Alkohol auf allen Kanälen – zumindest die deutschen Fans von “Dinner for One” sind auch Silvester 2012 mehr als grundversorgt. Tatsächlich ist der 90. Geburtstag der alten Dame sogar die am häufigsten wiederholte Sendung der deutschen Fernsehgeschichte. Dazu kommt noch das Internetangebot des NDR. Der bietet eine Sonderseite, damit auch wirklich jeder zu jeder Zeit “Dinner for One” gucken kann. Ist das die Art von Grundversorgung und die kulturelle Breite, die Jörg Schönenborn meinte?

Offensichtlich kann man nicht nur Rundfunkbeiträge, sondern auch Sendezeit verschwenden. Wenn unser Geld solche Programmplanung langfristig sicherstellt, dann müssen vor allem wir Zuschauer zu Anti-Depressiva greifen. Oder wir verlangen nächstes Jahr auf den Internetseiten der ARD tatsächlich mal “Rechenschaft” darüber, wie mit den neuen Rundfunkbeiträgen umgegangen wird.

Wohl auch deswegen hat die ARD-Programmdirektion für die “Abteilung Zuschauerredaktion” die Stelle eines Social Media Managers ausgeschrieben. Es soll Facebook, Twitter und Google+ betreuen und mit seiner Kommunikationskompetenz die Rückmeldungen der Zuschauer moderieren, Diskussionsbeiträge liefern und Fragen beantworten. Natürlich wird er auch die Social-Media-Aktivitäten der ARD weiterentwickeln und sogenannte Social-Media-Kampagnen konzipieren und durchführen. Und dieser Social-Media-Tausendsassa soll das alles zusätzlich auch für einzelne TV-Sendungen und Serien machen. Ein echter Vollzeit-Job … allerdings nur in freier Mitarbeit.

Ein einziger Mann als freier Mitarbeiter für diesen Stress-Job? Man muß sich am Silvesterabend nicht im Bleigießen versuchen um für nächstes Jahr zu prognostizieren, dass die ARD mit dem Internet und dem “Rechenschaft ablegen” wieder hoffnungslos überfordert sein wird. Auch 2013 wird man bei der ARD die kritischen “Rückmeldungen” der Zuschauer und Zuhörer erneut als Shitstorm abtun. Wie war das noch: “The same procedure as last year, Miss Sophie?” – “The same procedure as every year, James”.

UPDATE: Kaum hat das neue Jahr begonnen, schon wird die ARD wieder kritisiert – diesmal von den Klassik-Freunden. Was war geschehen? Die ARD hat das Neujahrskonzert aus Berlin übertragen – und kurz vor Schluss die Übertragung einfach mittendrin abgebrochen. Ein Trailer für Andy Borgs “Silvesterstadl” und der pünktliche Beginn von “Dinner for One” waren der ARD wichtiger, als Sir Simon Rattle und der ungarische Tanz von Brahms. Ob die ARD jetzt die berechtigte Kritik der Klassik-Fans wohl auch als Shitstorm bezeichen wird?

Es geschah Donnerstagabend in der Halbzeitpause. Deutschland lag gegen Italien zurück und in der ARD hat der italienischstämmige Ingo Zamperoni lächelnd die Nachrichten abmoderiert: “Und beenden möchte ich diese Tagesthemen – aus gegebenem und persönlichem Anlass – mit Worten des italienischen Dichter-Fürsten Dante: “Das Gesicht verrät die Stimmung des Herzens”. Ich weiß nicht, was Ihnen mein Gesicht jetzt verrät, aber seien Sie versichert, dass ich innerlich ziemlich zerrissen bin. In diesem Sinne: che vinca il migliore, möge der Bessere gewinnen.”

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten 28 Millionen Fußball-Fans das EM-Spiel in der ARD verfolgt – und jeder hatte jetzt eine Meinung zu Zamperoni. Auch im Internet blieb kein Liveticker ohne Kommentar. Bei 11freunde.de schrieben beispielsweise Dirk Gieselmann und Fabian Jonas: “Jetzt grinst der Zamperoni schon wie ein Europameister, dieser verdammte Aushilfsitaliener. Sitzt wahrscheinlich schon auf der Vespa und brettert nach den »Tagesthemen« mit meiner Frau über den Brenner.” Selbst bei taz.de wurde man plötzlich unsportlich. Deniz Yücel fragte politisch unkorrekt: “Seit wann dürfen hier Spaghettis die Pausennachrichten vorlesen?” Und bei Facebook und Twitter lösten Zamperonis Worte einen wahren Shitstorm aus.

Die ARD wurde von den heftigen Reaktionen völlig überrascht. Einen Tag nach dem EM-Spiel erklärte Chefredakteur Kai Gniffke im Blog von tagesschau.de: “Unmittelbar nach Spielschluss brach die Lawine der Reaktionen über uns herein, und die Redaktion samt Moderator fragte sich selbstkritisch, ob wir einen Fehler gemacht haben.” Gniffke kann die Empörung jedoch nicht nachvollziehen und schrieb weiter: “Ich bin der festen Überzeugung, dass es vollkommen korrekt war, dass Zamperoni in dieser Situation einen solchen Satz sagt”.

Auch im Blog der Tagesschau brach daraufhin eine heftige Diskussion aus. Durfte Ingo Zamperoni lächeln? Bei bild.de schaut man dem Volk aufs Maul und titelte man Freitag: “Frecher Halbzeit-Auftritt vom Tagesthemen-Mann.” Um dann jedoch zu schreiben: “So eine pfiffige Halbzeit-Ansprache haben die Fußball-Fans in den sonst so strengen Hauptnachrichten wohl noch nie erlebt. Und Zamperoni sollte auch noch Recht behalten: der Bessere hat gewonnen.”

TV Tipp der Woche: Nina sieht es…!

von Rainer Wolf am 4. Juni 2011 in Allgemein,Kino Tipps

TV Tipps gebe ich hier im Blog eher selten, aber dieser ist es allemale wert. Rolf Silber ist ein Begriff in der deutschen TV Szene und seine Filme sind alles andere als Standard-ARD-ZDF-Geplenkel. “Nina sieht es…!” ist der Titel eines Films, von dem Rolf Silber selbst sagt: “Der Film ist so schräg, dass er eigentlich im deutschen Fernsehen gar nicht stattfinden dürfte und darauf bin ich dann mächtig stolz.” Wer Rolf Silbers Filme kennt (z.B. “Was für ein schöner Tag”), der weiß das hier immer etwas ganz besondere geboten wird. Er beherscht das Zusammenspiel von Kamera, Schnitt und Musik einfach perfekt und bringt in seine Filme immer eine einzigartige, packende Stimmung, der man sich einfach nicht entziehen kann. Schaut Euch den Trailer an und schaltet dann unbedingt am Mittwoch 8. Juni um 20.15 ARD an…ja in dem Programm läuft der wirklich!

Die Story von “Nina sieht es….!”:
Nina sieht, manchmal, die Zukunft. Oder das, was die Zukunft sein könnte. Möglichkeiten. Vage Ahnungen. Seltsame Bilder…. oder vielleicht doch noch mehr…?

Als Kind hat sie versucht einen Angsttraum zu besiegen. Indem sie in die Realität eingreift – und damit den Alptraum erst erzeugt vor dem sie sich fürchtet. Sie hat ohne es zu wollen, den Unfall herbeigeführt den sie eigentlich verhindern wollte. Und der dann ihre Eltern tötet.

Jetzt fängt es wieder an: Nina hat Visionen kommender, möglicher Ereignisse. Was soll sie tun? Eingreifen? Es ignorieren? Oder sich doch wieder in die Obhut der Ärzte begeben? Ist das was sie sieht real – oder doch nur die Reaktion einer überspannten Seele? Sie muss etwas tun – aber was?

Fast alles schon probiert und schief gegangen. Also macht sie diesmal einen Versuch mit der Esoterik. Und gerät an einen Mann, der als „Spiritueller Berater“ sein Geld verdient und der nicht wenig verblüfft darüber ist, dass Nina ihre seherischen Fähigkeiten unbedingt los werden will ….

Der kühle aber faszinierende Herr hat allerdings ebenfalls ein kleines, peinliches Geheimnis…. das Nina dann leider sieht, was die Faszination sehr abkühlt.

Wird er ihr trotzdem helfen, durch ihr Trauma zu gehen und es zu besiegen…?

EIN MÄRCHEN FÜR ERWACHSENE…

….darf eigentlich nicht sein, deshalb haben wir es einfach mal gemacht.

Ein paar spannende Impressionen vom Filmdreh gibt´s unter diesem Link!